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Die verschollenen Schätze des Otto Antoine

1. Akt zu seinem 75. Todestag: Die Wiederentdeckung der 80 Jahre vergessenen Bilder des Impressionisten Otto Antoine, des Malers von Berlin

Die große Kunstwelt hat den Termin übersehen, doch im Landkreis Bamberg wird das Erbe eines früher sehr bekannten deutschen Impressionisten lebendig gehalten:
Am Dienstag, dem 14. Juli 2026, jährte sich der Todestag von Otto Antoine (1865 - 1951) zum 75. Mal. Im Atelierhaus Heiligenstadt kamen an diesem Tag Kunstfreunde und Kunstfreundinnen im kleinen Kreis zusammen, um mit einem gemeinsamen Anstoßen an den außergewöhnlichen „Maler von Berlin“ zu erinnern und ihm die Ehre zu erweisen.

Die Feierstunde fand inmitten der spektakulären Ausstellung „Verschollene Schätze – 1. Akt“ statt, die eine schier unglaubliche Rettungsgeschichte erzählt. Denn diese grenzt an ein Wunder:
Eine sehr große Sammlung von Ölgemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Radierungen von Otto Antoine überlebte das Flammeninferno des Zweiten Weltkriegs nur, weil ein Handwerksgeselle vom Bodensee, der zufällig im Jahr 1944 in Berlin war und die Tochter Lucy des Malers in ihrer Tanzschule kennengelernt hatte, beim fluchtartigen Umzug des Malers nach Unteruhldingen am Bodensee half.
Die ungerahmten Leinwände wurden auf dem Dachboden des Handwerksbetriebes im Hinterland des Bodensees eingelagert. Bis 1991 fristeten sie auf dem undichten Dachboden ihr Dasein. Danach wurden sie von einem Schwiegersohn des Handwerkers gerettet und in trockene Räume verbracht.
Im November 2024 wurde diese Sammlung nach juristischer Prüfung der Eigentumsverhältnisse den ehemaligen Eigentümern abgekauft und gelangte so in das neu gegründete Atelierhaus in Heiligenstadt.

In der Ausstellung wird diese aufgrund ihrer besonderen Geschichte so genannte Berlin-Bodensee-Sammlung erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Sie galt nicht einfach nur als verschollen – sie ist der Fachwelt bis heute völlig unbekannt.
Denn kein Kunstexperte wusste, wie viele Werke sich vor dem Kriegsende im Berliner Atelier von Otto Antoine befanden, und niemand wusste, welche davon die Bombardierung seines Ateliers und seiner Wohnung im Jahr 1942 überstanden hatten und er durch seinen fluchtartigen Umzug an den Bodensee retten konnte.
Wir lüften hier also ein echtes, unberührtes Geheimnis der deutschen Kunstgeschichte.

Ein solch geschlossener, großer Fund der Werke eines bedeutenden deutschen Impressionisten ist in den letzten Jahren/Jahrzehnten beispiellos. Denn die Berlin-Bodensee-Sammlung umfasst über 210 Bilder (Stand Ende Mai 2026). Sie dürfte, bezogen auf die über 150 in ihr enthaltenen Ölgemälde, die weltweit größte Sammlung mit Werken des Malers Otto Antoine sein.

Otto Antoine war vor dem Zweiten Weltkrieg ein sehr geschätzter und anerkannter Vertreter des deutschen Impressionismus und Zeitgenosse von Max Liebermann, Max Slevogt und Lovis Corinth und wie diese im Berliner Kunstbetrieb integriert.

Die Ausstellung zeigt eine Gesamtschau von den frühen Aquarellen des 20 jährigen Malers bis zu seinen impressionistischen Gemälden aus seiner Berliner Zeit und den Motiven vom Bodensee nach dem Krieg.
Gezeigt werden neben einigen Berliner Motiven, für die Otto Antoine bekannt war, insbesondere viele Motive aus dem privaten Bereich und von seinen Reisen an die Nord- und Ostsee, in seine alte Heimat rund um Koblenz und nach Italien. Weiterhin umfasst die Sammlung historisch sehr wertvolle Darstellungen von Bauwerken in Berlin und Lübeck, die im Krieg zerstört wurden.

Eine Sensation für Oberfranken:
Für die Besucher und Besucherinnen aus Franken hält die Ausstellung eine echte Überraschung bereit: Bislang war völlig unbekannt, dass Otto Antoine auch die Fränkische Schweiz bereiste.
Die Ausstellung präsentiert zwei wiederentdeckte, eindrucksvolle Ölgemälde von Burg und Stadt Pottenstein, die dies dokumentieren.

Das Besondere der Ausstellung: Im diesjährigen 1. Akt wird eine Auswahl von 90 Bildern aus der Sammlung genau so gezeigt, wie sie auf dem Dachboden aufgefunden wurden – ungerahmt und in der Ausstellung nur gehalten von schlichten Posterleisten.
Die sichtbaren Spuren der Zeit und die Nagellöcher in den Leinwänden nach dem Entfernen der Keilrahmen lassen die dramatische Fluchtgeschichte hautnah erleben.

Der 1.Akt ist die erste Ausstellung einer Ausstellungsreihe im Rahmen des Otto-Antoine-Projektes auf Basis der Berlin-Bodensee-Sammlung unter der Schirmherrschaft von Herrn Landrat Johannes Maciejonczyk.
Über 5 Akte hinweg dokumentiert diese Ausstellungsreihe die schrittweise Restaurierung der Sammlung. Geplant als Verbundprojekt mit Partner-Museen und Sponsoren, die Patenschaften für ausgewählte Werke übernehmen, lädt die Reihe dazu ein, die kunsthistorische Heilung von Otto Antoines Werken über die Jahre aktiv mitzuverfolgen.

Zusammenfassend kann man sicher mit Fug und Recht die außergewöhnliche Geschichte der Rettung und Wiederentdeckung dieser großen, viele Jahrzehnte verschollenen Sammlung als das „Wunder vom Bodensee“ bezeichnen.

Ein überregional bedeutendes Kultur-Highlight direkt vor unserer Haustür!

Der Eintritt ist frei und wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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Die Vernissage war am 10. Juli 2026.

Die Ausstellung ist noch bis zum Sonntag, den 06. September immer von Freitag bis Sonntag von 14:30 bis 18:30 geöffnet.

Ein Tipp zum Schluss:
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Veranstaltungsort: Atelierhaus (ehem. Markt-Apotheke), Hauptstr. 24, 91332 Heiligenstadt i. OFr.

Einlass: 14:30

Eintritt: frei

Veranstalter: Atelierhaus in Heiligenstadt i.Ofr. (Kontakt mit Jürgen Kurlbaum)

Kontakt: 0172 992 1918, ab 14:00

24.07.26 - 06.09.26

Atelierhaus (ehem. Markt-Apotheke) Heiligenstadt i. OFr.

0172 992 1918, ab 14:00

Öffnungszeiten:

Montag:
geschlossen
Dienstag:
geschlossen
Mittwoch:
geschlossen
Donnerstag:
geschlossen
Freitag:
14:30 - 18:30 Uhr
Samstag:
14:30 - 18:30 Uhr
Sonntag:
14:30 - 18:30 Uhr
Bemerkung:
Otto Antoine Ausstellung 1.Akt Sommer 2026

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